Sichtschutz selber bauen: Ruhe auf der Terrasse
Sichtschutz für die Terrasse selber bauen: Pfosten mit Einschlaghülsen setzen, Latten montieren, ohne Beton. Anleitung mit typischen Fehlern.
Zur AnleitungSchwierigkeit: Anspruchsvoll · Dauer: 2 Wochenenden · Kategorie: Terrasse
Eine Holzterrasse aus Douglasiendielen auf sauberer Unterkonstruktion. Schwierigkeitsgrad anspruchsvoll, plane zwei Wochenenden ein. Das größte Projekt hier, aber auch das mit dem größten Effekt: Die Unterkonstruktion entscheidet über alles, die Dielen selbst sind fast Fleißarbeit.
Kalkuliere ehrlich: Douglasiendielen kosten mit Unterkonstruktion und Edelstahlschrauben etwa 50 bis 70 Euro pro Quadratmeter. Bei 15 Quadratmetern bist du also vierstellig unterwegs, dafür gehört die Terrasse danach wirklich dir. Bestell 10 Prozent Verschnitt mit ein.
Miss die Fläche zweimal aus und zeichne einen simplen Verlegeplan mit Dielenrichtung und Stößen. Dielen längs zur Laufrichtung wirken ruhiger, quer verlegte machen schmale Terrassen optisch breiter. Der Plan verrät dir auch exakt, wie viele Dielen du brauchst.
Leih dir für das Projekt eine lange Alu-Richtlatte oder eine 2-Meter-Wasserwaage, mit dem kurzen Heimwerkermodell wird das Gefälle über die Fläche zum Glücksspiel. Und blocke wirklich zwei Wochenenden: Eines für den Unterbau, eines für die Dielen.
Preis: ab 90 €
Lange gerade Schnitte, die mit der Stichsäge krumm werden.
Preis: ab 70 €
Treibt die Schrauben rein, ohne dass dein Handgelenk leidet.
Preis: ca. 15 €
Schiefe Regale sieht jeder Gast sofort, gerade Regale keiner.
Preis: ca. 8 €
Zweimal messen, einmal bohren. Spart Löcher, die keiner braucht.
Preis: ca. 8 €
Späne fliegen schneller als du gucken kannst, kostet fast nichts.
Preis: ca. 6 €
Splitter und Schrammen bleiben im Handschuh, nicht in der Hand.
Preis: ca. 8 €/m
Wetterfest und barfuß-tauglich, riecht nach Sommer.
Preis: ca. 4 €/m
Das Fundament unter den Dielen, hier entscheidet sich, ob nichts wackelt.
Preis: ca. 30 €
Rosten nicht und reißen die Diele nicht auf.
Tragfähig und wasserdurchlässig muss er sein: verdichteter Splitt auf Schotter ist der Klassiker. Vorhandene Betonplatten funktionieren auch, solange Wasser ablaufen kann.
2 Prozent vom Haus weg, das sind 2 Zentimeter pro Meter. Ohne Gefälle steht nach jedem Regen Wasser auf den Dielen und das Holz dankt es dir nicht.
Die Hölzer quer zur späteren Dielenrichtung mit maximal 40 Zentimetern Achsabstand auslegen und ausrichten. An Stößen und Rändern zusätzliche Auflagen einplanen.
Je nach Untergrund aufdübeln oder mit Stellfüßen arbeiten, dabei ständig mit der langen Wasserwaage das Gefälle kontrollieren. Hier lohnt Pedanterie, jeden Millimeter siehst du später in der Dielenfläche.
Die erste Diele parallel zur Hauskante ausrichten und verschrauben, sie ist die Referenz für alle weiteren. Zweimal messen, sie muss absolut gerade liegen.
Pro Auflagepunkt zwei Edelstahlschrauben, immer vorgebohrt, Fugenabstand 5 bis 7 Millimeter mit Abstandshaltern. Douglasie arbeitet, die Fugen fangen das auf.
Die Dielen absichtlich etwas überstehen lassen und am Ende alle in einem Rutsch mit der Handkreissäge an einer Führungsschiene abschneiden. Gibt eine perfekt gerade Kante.
Stehendes Wasser ist der schnellste Weg zu grauen, rutschigen und irgendwann faulen Dielen. 2 Prozent sind nicht verhandelbar.
Bei mehr als 40 Zentimetern Achsabstand federn die Dielen beim Draufgehen. Das nervt sofort und lockert langfristig die Schrauben.
Wer die Dielen press aneinander schraubt, hört sie beim ersten Regen quellen und knarren. 5 bis 7 Millimeter Fuge lassen dem Holz Platz.
Im Frühjahr die Terrasse mit Wasser, Schrubber und Terrassenreiniger putzen und nach dem Durchtrocknen ölen, wenn du den warmen Farbton halten willst. Den Hochdruckreiniger lass im Keller: Er reißt die Holzfasern auf und macht die Oberfläche rau und splitterig.
Im Herbst regelmäßig Laub runterkehren, besonders aus den Fugen. Liegen bleibendes Laub hält Feuchtigkeit auf dem Holz und wird zur Rutschbahn. Wenn einzelne Dielen nach Jahren schwächeln, kannst du sie dank verschraubter Verlegung einzeln tauschen, ohne die Fläche anzufassen.
Frag den Wicht. Er sagt dir, welches Werkzeug und Material du wirklich brauchst und was du dir sparst.
Werkzeug finden2 Prozent vom Haus weg, also 2 Zentimeter pro Meter. In Dielenrichtung, damit das Wasser den Rillen folgen kann.
Glatt. Die Riffelung hält Feuchtigkeit und Dreck in den Rillen, glatte Dielen trocknen schneller und splittern weniger.
Musst du nicht, dann vergrauen sie silbrig. Wer den warmen Ton behalten will, ölt nach dem Verlegen und dann jedes Frühjahr.
Mit guter Unterkonstruktion und Luft von unten realistisch 15 Jahre und mehr.
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